Meyer & Schöngeist
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Würzburg

webfriends Uncategorised 28. Juli 2026

Würzburg

 

international wuerzburg

dicht dran... aus "Dicht dran", Seite 161:

Auf der alten Mainbrücke war kaum ein Durchkommen an diesem lauen Frühlingsabend. In beide Richtungen strömten kleine Gruppen jeden Alters. Touristen ließen sich in der Abenddämmerung neben einem der zwölf Brückenheiligen fotografieren, was nicht so einfach war, weil immer jemand ins Bild lief.

Die asiatischen Besucher trugen es mit einem gefassten Lächeln, die älteren ehemaligen Verbindungsstudenten schimpften über die ungehobelte heutige Jugend. Thomas schwelgte in der abendlichen Frühlingsatmosphäre, genoss die alte Stadt am braun und träge dahinfließenden Main, den er von der Innenstadt kommend, zum ‘Brückenbäck’ hin überquerte.

Er freute sich auf Karin und gönnte sich vorher noch einen Blick auf den Fluss hinunter, der so stetig all die Jahre über das kleine Wehr unterhalb der Brücke mit einer Gleichmütigkeit, von der er sich viel abschauen könnte, dahin strömte.

Egal was passiert, der Main strebt unerschütterlich vom Fichtelgebirge kommend hin zum Rhein und dann in die Nordsee. Da konnte kommen was mochte. Auch als während der Bombardierung am 16. März 1945 ganz Würzburg in wenigen Minuten von der Royal Air Force in Schutt und Asche verbrannt worden war. Er floss unbekümmert, auch wenn sich an lauen Frühlingsabenden viele Pärchen in den Nischen im Schutz der Steinheiligen küssten, so wie heute.

international wuerzburgNeben dem Heiligen Burkardus hatte er an einem Abend wie diesem auch Leonie geküsst. Sie, die damals in Münster studierte, hatte ihn das erste Mal seit der Abruzzenreise in Würzburg besucht.

Verschwörungen aufdecken ...

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Verschwörungen aufdecken ...

 

fachgebiete verschwoerungen

dicht dran... aus "Dicht dran", Seite 201:

Es wurde und wird nach wie vor viel wilde Spekulation mit dem Verbleib ehemaliger NS-Größen und NS-Schätze betrieben. Gaby hatte umfassendes Belegmaterial gesammelt, mit dem klar geworden war, dass der Strom von Kapital und NS-Verbrechern nach Argentinien keine Marginalie war, sondern einen nicht unerheblichen Teil am Aufschwung der argentinischen Wirtschaft unter Perón und an der Konsolidierung seines Regimes gehabt hatte. Und sie vermutete, dass die Folgen dieser Epoche bis in die Gegenwart hineinreichten.

Dabei wollte sie nicht irgendwelchen Verschwörungstheorien hinterher laufen, aber auch nicht freiwillig die Augen vor verbrecherischen Strukturen verschließen. Über die so genannten Rattenlinien gelangten damals ungefähr 50.000 Nationalsozialisten nach Argentinien. Offiziell durften diese Deutschen damals keine Filiale in Argentinien gründen, deshalb setzten sie Strohmänner, unter anderem Jorge Antonio, ein.

Vergangenheit bewältigen ...

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Vergangenheit bewältigen ...

 

fachgebiete vergangenheit

breslauer schatten... aus "Breslauer Schatten", Seite 98:

„Die einzige gemeinsame Basis in der Vergangenheit ist Breslau!“
„Thomas, sag mal, verrennst du dich da nicht? Warum suchst du in der Vergangenheit? Peter ist jetzt verschwunden. Das wird wohl kaum etwas damit zu tun haben, dass sowohl seine als auch Helmas Großeltern aus Breslau stammen.“
„Na ja“, brummelte Thomas, mehr zweifelnd als zustimmend.

 

breslauer schatten... aus "Breslauer Schatten", Seite 127:

„Meinst du, dass du weiterkommst, wenn du nur Erinnerungen lebendig machen willst?“

Thomas wusste nicht, ob er zu viel Lebensweisheit hineininterpretierte, aber auf diese antwortete er erst zwei Tage später: „Meine Vergangenheit verfolgt mich. Und ich kann ihr nicht entrinnen, auch wenn ich noch so schnell laufe.“

 

breslauer schatten... aus "Breslauer Schatten", Seite 143:

Zofía hatte sich vorgenommen, Thomas von sich zu erzählen, doch es ergab sich nicht. Sie war sich nicht sicher, ob er sich überhaupt für ihre Zukunft oder für ihre Vergangenheit interessierte. Im bemühten Geplauder kam sie nicht dazu, ihm zum Beispiel von ihrer Wohnung in Wrocław zu erzählen, wo sie aufgewachsen war. Gerne hätte sie die darin hausenden Gespenster der Vergangenheit in die funkelnde Gegenwart gezerrt und damit unschädlich gemacht. Durch die Rohre, die das Bad durchzogen, konnte man in den vertrockneten Alltag von alten Frauen und die lustvollen Nächte frisch vermählter Paare in den angrenzenden Wohnzellen hören. Plattenbauten! Wahrlich die Errungenschaft des Sozialismus! Und welch Symbolik: transparent, offen und basisdemokratisch, denn jeder konnte mitreden und wurde auch gehört. Mit großem Pomp und Propaganda gefeiert, hatten die dünnen Wände und winzigen Zimmer ihre hoffnungsvollsten Jahre schnell hinter sich.

Schöngeist

webfriends Uncategorised 28. Juli 2026

Schöngeist

schoengeist

Moderne Heuschrecken in Gestalt von Finanzinvestoren bedrohen ein Familien-Unternehmen: die Arbeitsplätze einer ganzen Region sind gefährdet. Und kaum wird Anwalt Thomas Schöngeist zur Hilfe gerufen, wird ein Mordanschlag auf ihn verübt.

Thomas Schöngeist betreibt in Würzburg zusammen mit seinem Sozius eine kleine Anwaltskanzlei, die sich auf Wirtschaftsfragen spezialisiert hat. Eher zufällig erhält er ein Mandat, bei dem er den größten Arbeitgeber seiner Heimatstadt Blaukirchen vertreten soll: Das Unternehmen ist in eine schwere Schieflage geraten. Denn die Hausbank will die Eigentümerfamilie zwingen, ihre Mehrheit an einen Finanzinvestor abzugeben: Auch wenn Thomas manchmal am liebsten vor den Abgründen, die er erahnt, davonlaufen würde, fängt er an, sich in diesen Fall zu verbeißen.

Schöngeist merkt schnell, dass es nur vordergründig um eine Übernahme mit mysteriösen Unstimmigkeiten geht. Er findet sich schnell in einem psychologisch raffinierten Verwirrspiel zwischen Täuschung und Erpressung wieder. Kein Mittel ist zu unfein beim Kampf der Konkurrenten um die Brosinski AG, derweil der alte Eigentümer Claus Brosinski schon längst als zahnlos gewordener Löwe abgeschrieben scheint.

Viel zu spät beginnt Thomas die nachgerade kriminellen Zusammenhänge zu begreifen, bleibt aber stur an der Sache, denn, so räsoniert Schöngeist bei einem Glas seines Lieblingsgetränks, einem Primitivo aus Apulien: "Man kann doch nicht einfach so zusehen, wie die Firma wegen eines geldgeilen, verbrecherischen Bankers vor die Hunde geht." Und doch täuscht er sich.

Ein klug und atmosphärisch dicht geschriebener Krimi mit topaktuellem Hintergrund, der für seinen Spannungsaufbau keine Tote braucht, denn die Rufmorde sind in ihrer Wirkung schlimm genug.

 

Broschiert:     175 Seiten
Verlag: Dielmann Axel Verlag;
Auflage: 2. Auflage 2012
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3866381336 
ISBN-13: 978-3866381339
Größe: 20 x 14.2 x 1.6 cm

 

 

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breslauer schatten... aus "Breslauer Schatten", Seite 28:

So standen beide eine halbe Ewigkeit wortlos in der Küche, der heftige Schneefall draußen verdunkelte die Weihnachtsbeleuchtung, bis Thomas fragte: „Soll ich ihn nur suchen oder auch überreden, wieder zurückzukommen?“
„Sag ihm, dass auch ich ein anderes Leben will! Und zwar mit ihm!“

 

dicht dran... aus "Dicht dran", Seite 69:

An diesem frühlingshaften Tag, an dem er so früh aufgewacht war, machte er sich ganz plötzlich auf die Spurensuche nach Simone. Es schien nach tagelangem Schmuddelwetter endlich die Sonne. Die Adresse ihres neuen Büros in Boston, State Street, hatte Simone ihm gleich nach ihrer Ankunft in einer dürren allgemein gehaltenen Umzugsmeldung zugesandt. Seitdem hatte er nichts mehr von ihr gehört. Und Thomas hat auch nichts von sich hören lassen. Es war ihm schwer gefallen, dort anzurufen. Einige Male hatte er den Hörer in der Hand gehalten, fing an zu wählen und legte wieder auf, bevor er die Nummer vollständig eingetippt hatte.

 

breslauer schatten... aus "Breslauer Schatten", Seite 151:

„Vielleicht würde es sich lohnen, nach diesem Exner zu suchen?“

„Was soll das bringen? Ein hoher Nazifunktionär? Der hat doch sicherlich alles unternommen, damit niemand seine wahre Geschichte mitbekommt. Wahrscheinlich kennt er sie selbst nicht mehr richtig und glaubt nach 65 Jahren wirklich ernsthaft, dass er nur ein kleiner Mitläufer war.“
„Aber Thomas, warum regst du dich so auf? Uns geht’s doch nicht darum, irgendeinen alten Nazi zu entlarven. Wir wollen doch nur wissen, was damals passiert ist!“
„Wollen wir das wirklich wissen?“

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